Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Konfirmationsgottesdienst Stift – 26. April 2015

Musik (Einzug)

Begrüßung

Lied: „Ins Wasser fällt ein Stein“

Psalm 23 (übertragen auf der Konfirmandenfreizeit)
Gott ist mein Boss.
Er gibt mir, was ich brauche.
Er zeigt mir, wo das Leben lebendig ist.
Gott ist mein Boss.
Er peppelt mich auf und zeigt mir, wo es längs geht.
Gott ist mein Boss.
Selbst, wenn es mir dreckig geht, habe ich keine Angst, weil du da bist.
Gott ist mein Boss.
Du hilfst mir, wenn ich meinen Feinden gegenüber stehe.
Gott ist mein Boss.
Du sorgst dafür, dass es mir gut geht und ich bleibe in der Bude des Gottes gut aufgehoben.
Gott ist mein Boss.
Amen.

Band:
„Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite, Herr erbarme dich.

Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme; Herr erbarme dich.

Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat, Herr erbarme dich.“

Gebet:
Du Gott des Lebens und der Liebe:
Wir haben uns auf den Weg gemacht, um dich zu entdecken.
Heute geht unser Konfirmandenweg zu Ende.
Dir vertrauen wir uns an.
Du meinst es gut mit uns,
weil du uns in der Liebe begegnest.
Schenke uns Wärme und Geborgenheit, Halt und Orientierung
unser Leben lang.
Nimm uns so an, wie wir sind
und zeig uns  Wege, die dem Leben dienen

Amen

Filmausschnitt „Love actually“

Predigt A:

Menschen begegnen sich. Sie fallen sich in die Arme. Ihre Augen sind voller Freude, als sie den anderen – den geliebten Freund, das geliebte Kind, die geliebte Frau oder den geliebten Vater –  in der Menschenmenge entdecken. Ihre Augen sind voller Liebe, sie küssen den sich nähernden Menschen bereits im Blick. Dieser eineinhalbminütige Trailer zeigt Begegnungen voller Liebe. Und wir spüren, dass diese Bilder voller Liebe uns selbst berühren. Sie tun uns unendlich gut. Wir können uns der Stimmung dieser Szenen nicht entziehen, weil sie echt sind. Der kleine Junge, der seinen Papa küsst und noch einmal küsst und seinen Papa mit seinen kurzen Armen liebevoll umarmt……. Der tut das, weil er seinen Papa liebt. In echt (also nicht gestellt)!
Liebe Konfis,
ich wollte mit euch auf eurer Konfirmation diesen Filmausschnitt (aus dem Film „Tatsächlich Liebe“) nicht ansehen, damit es ein unterhaltsamer Gottesdienst wird. Nein, vielmehr wollte ich  zusammen mit euch in diesen Lebensausschnitten GOTT entdecken. Denn: „Gott ist die Liebe!“
Wir erkennen in diesen Szenen GOTT! Nicht als Person, nicht als alten Mann mit Bart, nicht als mächtigen Himmelskönig… Wer GOTT als eine Figur zu finden versucht, wird ihn nicht finden! GOTT ist vielmehr eine Kraft. Eine Quelle, aus der unerschöpflich Liebe sprudelt.
Eine Liebe, die uns beschenkt,
die uns reich macht,
die unserem Leben Sinn verleiht,
die uns Hoffnung finden lässt, auch wenn alles dagegen zu sprechen scheint,
die nicht endet. Nie!,
die Grenzen überwindet,
die unsere Zukunft offen hält.

Deswegen heißt es: „GOTT ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannes 4,16b)

Noch mal zum Trailer. Alle Szenen haben einen roten Faden. Sie zeigen eine Form der Liebe, die sich nicht auf Sexualität reduziert. Was die Begegnungen voller Liebe zeigen, ist die tiefe und echte Freude am anderen. Am DU. Man spürt, wie die Menschen in dem Moment überwältigt werden, wo sie den anderen in der großen Menschenmenge erkennen. Ihre Augen, ihre Gesichtszüge, ihre Körperhaltung verändern sich. Sie sehen den anderen und fühlen sich beschenkt. Ihr Augen beginnen zu strahlen: voller Wärme, voller Freude, voller Glück, voller Liebe. Und genau das, diese Reaktion wird dem anderen Menschen zum Geschenk. Er spürt, wie wichtig, wie wertvoll er in den Augen des glücklich Wartenden ist.
Die Liebe geschieht immer in  einem Wechselspiel zwischen uns und einem Gegenüber. Sie ereignet sich. Sie beschenkt uns Menschen. In dem Moment, wo wir dieses Geschenk spüren, ereignet sich GOTT in uns. Wir erleben GOTT.
GOTT ist demnach dort, wo die Liebe am Wirken ist.

Haben wir also in unserer Konfirmandenzeit GOTT erlebt? Sind wir ihm begegnet?
Ich möchte mit euch ein paar Stationen aus der zurückliegenden Zeit nachgehen. Wir hatten zu Beginn unseres Konfiweges einem Menschen im Dezember 2013 ein Weihnachtspacket gepackt. Der Beschenkte schrieb euch zurück: „Dass in dieser mitunter so lieblosen Zeit ihr an mich gedacht habt und  ihr mir ein so liebe-volles Packet mit euren persönlichen Grüßen geschenkt habt, dass macht mich glücklich.“ Hey, da war GOTT am Wirken. Ihr habt etwas gegeben, aber ihr habt etwas zurückbekommen und das  war viel mehr als das Gegebene. Es war: ein„Rucksack“ voller Dank.

Vor genau einem Jahr kam Danny mehrere Wochen nicht zum Konfer, weil er krank war. In der Zeit habt ihr eine Karte für Danny geschrieben. Eine kleine Geste? Nein, ein wunderbares Signal für dich, Danny. Du wusstest, die anderen denken an dich. Sie haben dich nicht vergessen. Sie haben dich auch in deiner Abwesenheit gedanklich im Blick behalten. Auch das war ein Signal der Liebe… und mittendrin: GOTT.

Musik/Gesang: Gott ist nur Liebe. Wagt für die Liebe alles zu geben.“

Predigt B:

Im Herbst letzten Jahres haben wir uns den Film „Die Brücke“ angeschaut. Wir haben darüber nachgedacht, wie aus Spaß, Leichtgläubigkeit und nationalem Enthusiasmus schnell ein verhängnisvoller Prozess zur Gewalt und zum Tod wird. Wir haben darüber diskutiert, wie unsere Verantwortung für eine Welt ohne Gewalt und Krieg aussehen muss.
Und dann haben wir zusammen den Volkstrauertag gestaltet. Im Gottesdienst haben Kai und Niklas die Begrüßung gehalten, Mats den Psalm 50 in einer Übertragung gelesen und Andre, Nikolaj, Luisa den Eingangsteil übernommen. Oscar hat mit seiner kräftigen Stimme die Seligpreisungen („Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen“) vorgetragen und Alexander hat ein modernes Glaubensbekenntnis gelesen.
Niko hat dann die Abkündigungen übernommen und schließlich haben Lena und Lisa sehr nachdenkliche Fürbitten gebetet. Nach dem Gottesdienst waren wir zur Gedenkfeier auf dem Friedhof. Dort haben Lars, Lisa und Lena selbst geschriebene, sehr persönliche und dadurch bewegende Reden gehalten.
Ihr habt am 16. November auf glaubwürdige Weise zum Ausdruck gebracht, dass Glaube immer auch Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben beinhaltet. Eine Frau, die Lehrerin ist, kam hinterher zu mir und sagte: So etwas hätte sie noch nie erlebt. Sie sei von euch tief beeindruckt gewesen. Besonders, weil sie euch angemerkt habe, dass eure Aussage ernst gemeint seien.
Was ist da passiert?? Ihr habt mit Leben gefüllt, was es bedeutet:
„GOTT ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannes 4,16b)

Euer Krippenspiel am Heiligabend ist auch nicht vom „Himmel gefallen“. Dafür musstet ihr lernen. Nicht nur den Text musstet ihr können, sondern auch darstellendes Spiel: Ausdruck, Gestik, Mimik, Gefühle….. Eigentlich hatten wir uns für vier Proben entschieden. Ihr wolltet ein fünftes Mal zusammen kommen. So wurde es ein beeindruckendes Krippenspiel. Ihr habt einer vollen Kirche die Freude an Weihnachten vermittelt. Die Freude, dass GOTT sich in einem kleinen Baby, noch dazu an einem entlegenen Ort allen Menschen – also auch uns!!- nahe kommt. So nahe, dass wir darin seine Liebe zu den Menschen entdecken. IHR ward zusammen das „Transportunternehmen“ dieser Liebe!

Unsere Konfirmandenfreizeit Ende Januar habe ich noch sehr lebendig in Erinnerung. Die Auseinandersetzung mit den menschlichen Verstrickungen in Schuld anhand des Films „Homevideo“; eure Betroffenheit; unsere ernsthafte Auseinandersetzung; unsere Entdeckungsreise „in Gottes Land der Vergebung und Versöhnung“ im Abendmahl. Das Abendmahl haben wir letztlich als Mahl der Liebe erahnt und vor der Abreise zusammen gefeiert. Auf dieser Konfirmandenfreizeit ist sehr viel passiert. Vor allem dieses: unser Zusammenhalt ist dort gewachsen. Wir sind dort eine echte  Gemeinschaft geworden. So verschieden wir auch geblieben sind, so ist doch jeder ein unverzichtbarer Teil dieser Gemeinschaft geworden. Wir haben uns besser verstehen und schätzen gelernt. So wie unsere Gemeinschaft wünscht sich GOTT seine Kirche. Eine Kirche, die das Verbindende stärker lebt, als das Trennende. Eine solche Gemeinschaft kann nur existieren, wenn sie auf Liebe gegründet ist. Kirche Gottes kann gar nicht anders, als auf dem Fundament der Liebe zu stehen!

Was würde sich ändern, wenn wir auf diesem Fundament  auch nach der Konfirmation weitergehen?

Warum sangen die Beatles: „All you need ist love“?

Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei reich selbst reich zu werden.

„GOTT ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannes 4,16b)

Sind wir GOTT begegnet? Na, klar! Seht selbst!

(Fotos aus der Konfirmandenzeit)

AMEN

Lied: „Da berühren sich Himmel und Erde“

Versprechen und Bekennen

Ich frage euch vor GOTT und eurer Gemeinde:
„Willst du deinen Weg mit GOTT gehen,
so wie Jesus Christus es uns vorgelebt hat?
Willst du an diesem Tag „JA“ zu dem Taufbund sagen?
Willst du GOTT lieben und ehren
und deinen Nächsten wie dich selbst?“
so antworte: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Wir bekennen unseren Glauben mit einem eurer persönlichen Glaubensbekenntnisse:

Ich glaube an den liebenden Gott,
aber nicht als übermächtige Person,
die für uns alles regelt.

Ich glaube an den liebenden Gott
als eine Zusammenfassung meiner positiven Werte.
Ich glaube an die Freundschaft, an die Liebe.

Ich glaube an das Gute,
den Frieden und daran, dass es Wahrheit gibt,
auch  wenn sie  nicht immer sofort ersichtlich ist.

Ich glaube an diejenigen,
die mit mir dieser Meinung sind
und auch diese Ziele verfolgen.

Und deshalb glaube ich an die christliche Kirche.

Amen

Segnung (danach Umhängen der Konfirmationskette)

Würdigung –Wort an die Konfirmierten

Lied „Kommt mit Gaben und Lobgesang“

Wegzehrung

Einleitung:

Wenn wir uns jetzt vorbereiten auf die Feier des Heiligen Abendmahls, können wir das tun, indem wir uns einen Augenblick Zeit nehmen, um nachzudenken –
nachzudenken über das, was uns bedrückt und belastet, was unsere Gedanken schwer macht, und womit wir nicht fertig werden, was unsere Lebendigkeit lähmt, unsere Hoffnung verdunkelt, unser Vertrauen auf Gott erschüttert.
Und wir können nachdenken über das, was unserem Leben Sinn und Ziel gibt, was unser Leben heil macht und hoffnungsvoll.
In der Stille halten wir Gott hin, was uns bewegt.

STILLE

Wir vertrauen auf die große Liebe Gottes, wie sie uns in Jesus begegnet ist. In diese Liebe betten wir all das, was wir im Stillen bedacht haben.
Gott, vergib, was uns trennt von Dir, von uns selbst und von anderen Menschen.
Schenke uns neue Gemeinschaft mit Dir und untereinander.
Das bitten wir Dich im Vertrauen auf Dein Erbarmen.
Amen.

Hinführung:

Als Jesu Weg zu Ende ging, kam er noch einmal mit seinen Freunden und Freundinnen zusammen, um sich gemeinsam mit ihnen zu stärken.
Ich erinnere euch daran.
Es war in der Nacht, in der er von allen verlassen wurde.
Es war in der Nacht, bevor man ihn dem Spott preisgab, ihn verachtete, ihn folterte und ans Kreuz hängte.
Ich erinnere euch daran.
Es war in der Nacht, in der es für ihn und die Seinen keine Zukunft mehr zu geben schien.
Daran erinnere ich euch.

In dieser Nacht feierte er noch einmal mit denen, die zu ihm gehörten.
Wir gehören auch zu ihm.
Indem wir Brot und Wein teilen, sind wir zusammen in seinem Geist.

Band: „Du bist heilig“ (Sanctus)

Vaterunser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

Einsetzungsworte:

Unser Herr Jesus Christus,
in der Nacht, in der er verraten wurde,
nahm er das Brot,
dankte und brach es und
gab es den Seinen und sprach:
Nehmet hin und esst:
Das ist mein Leib,
der für euch gegeben wird.
Solches tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch
nach dem Abendmahl,
dankte und gab ihnen den und sprach:
Nehmet hin und trinket alle daraus:
Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut,
das für euch vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.
Solches tut, sooft ihr´s trinket, zu meinem Gedächtnis.

Austeilung ( erst die Konfirmierten, dann die Gemeinde durch die Konfirmierten….. dazu Musik)

„Danken“

Jesus Christus, du Freund der Menschen.
Wir waren deine Gäste. Du hast uns deine Liebe geschenkt.
Ganz nah bist du uns. Lehre uns, dass auch wir einander lieben,
miteinander teilen und füreinander einstehen.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Amen

Lied: „Herr, wir bitten: Komm und segne uns“

Zuspruch (Segen)

Auszug (zum Nachspiel)