Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Konfirmationsgottesdienst Stift – 16./17. April 2016

Musik

Begrüßung

Lied: „Ins Wasser fällt ein Stein“

„Unser“ Psalm 27 (Konfirmandenfreizeit)
Mein Gott ist Orientierung und Glück
Er befreit mich und hilft mir.
Mein Gott ist mir Orientierung und Glück
Darum habe ich keine Angst.
Bei ihm fühle ich mich sicher und geborgen.
Deshalb fürchte ich mich vor niemanden.
Mein Gott ist Orientierung und Glück.
Wenn Leute mich mies behandeln
Wenn Leute mir das Leben schwer machen wollen
dann haben sie keine Chance! Denn:
Mein Gott ist mir Orientierung und Glück.
Selbst wenn es zum Schlimmsten kommen sollte
bleibt mein Vertrauen in Gott
Amen

Gesang
„Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite, Herr erbarme dich.

Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme; Herr erbarme dich.

Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat, Herr erbarme dich.“

Gebet
Guter Vater,
wir danken dir für die schöne Zeit, die wir in den letzten zwei Jahren zusammen verbracht haben.
Wir danken dir für die gute und wundervolle Gemeinschaft, die in dieser Zeit und besonders auf unserer Konferfreizeit entstanden ist. Wir sind aus unterschiedlichen Familien und Cliquen zusammengewachsen. Und so bist du uns als Freund nahe gekommen.
Gott, wir möchten dich jetzt bitten, dass du bei diesem Konfirmationsgottesdienst anwesend bist. Dass du uns auch mit unseren Schwächen und Fehlern annimmst.
Lebendiger Gott, wir hoffen, dass du unsere Bitten für diesen Tag und unser ganzes Leben hörst und uns auf unserem Lebensweg begleitest.
Dir vertrauen wir

Amen

Kurze Musik

„Suchen“

Liebe Konfis, liebe Eltern und Familien, liebe Festgemeinde,

ich habe mir für heute etwas Schwieriges vorgenommen. Eigentlich ist das unmöglich…. Aber ich will es dennoch versuchen: Ich will euch (und Ihnen) GOTT zeigen.

Dazu habe ich ein paar Bilder mitgebracht. (Fotos von Konfirmanden)

Nun werdet ihr denken: „Ist unser Pastor durchgeknallt? Das sind doch wir und nicht GOTT!
Das stimmt. Zugleich stimmt es auch nicht. Ich will es euch erklären.
Seht ihr den Punkt? (Foto von einem winzigen Punkt an der Leinwand)
Das ist die Hälfte von jedem Menschen. Also auch von dir.
(Bild von zwei Punkten nebeneinander) Jetzt seht ihr zwei Punkte. Wenn der erste Punkt die Hälfte von einem Menschen war, dann müsste das Bild mit den beiden Punkten einen ganzen Menschen ausmachen. Stimmt! Und dennoch stimmt es nicht. Beide Punkte müssten zusammenkommen, sodass die beiden Punkte eine Einheit bilden, weil zwei Hälften erst ein Ganzes bilden.

Alles klar bis hierher. Und nun kommt es: So war das mit euch vor 14 oder 15 Jahren. Aus zwei Zellen wurde durch eine Verschmelzung eine neue Zelle. Eine Zelle, die es in sich hatte. Eine Powerzelle sozusagen. Diese neue, zusammengeschmolzene Zelle war der Anfang neuen Lebens. Eures Lebens. So fing alles an: mit dir Thorben, Nina, Max, Lea-Marie, Talea, Levi, Fiete, Felix, Michel, Adrian und Michel.
Und: mit dir Heike,  Joschua, Jule, Neele, Felix,  Mika, Julius, Paul, Katinka, Miles Jordan, Jan und Adrian………
So fing alles an mit euch. Winzigklein. Im Verborgenen. Unsichtbar. Aber diese eine Zelle, die aus zwei unterschiedlichen Zellen zu einer verschmolzen ist, hatte so viel Lebenskraft, so viel Power, so viel Entwicklungsfähigkeit, dass daraus Großes hervorgehen konnte. Dieses Große könnt ihr jeden Morgen im Spiegel entdecken: euch! Ihr seid ein Wunder! Kein Mensch hat dieses Wunder gemacht, oder geplant oder entworfen. Kein Mensch! Das war jemand anderer! Das war etwas Höheres, etwas Größeres, etwas Mächtigeres! Diese höhere Macht nennen wir GOTT. Gott als Schöpfer. Gott als Quelle des Lebens.
Wenn ihr euch also im Spiegel betrachtet, dann könnt ihr dabei auch Gott entdecken.
Natürlich seid ihr nicht GOTT selbst. Aber in jedem von euch und uns hat GOTT seine Lebenskraft hinterlassen. Ohne diese uns geschenkte Kraft gäbe es uns nicht. Wir tragen also seine Spuren in uns. Wir sind FINGERZEIGE auf Gott. Seine Wunder-Werke!
Wunder-Werke sind wir jedoch nicht nur, weil diese winzige Zelle ganz am Anfang so eine Power hatte,  daraus einen ganz besonderen Menschen werden zu lassen: dich, bzw. euch. Wunder-Werke sind wir auch, weil…. Schaut euch dieses Foto an (Gruppenfoto von Noer).
Was fällt euch auf?
Ihr kommt schnell dahinter, dass jeder einzigartig ist. Ein Unikat! Eine „Perle“. Unendlich kostbar, weil keiner dem anderen gleicht. Diese Einzigartigkeit war bereits in der winzigen Zelle angelegt. Das ist offenbar gewollt. Eure Einzigartigkeit ist Absicht. Sie macht euch unendlich wertvoll!

Lied:
Vergiss es nie: dass du lebst, war keine eigene Idee, und das du atmest, kein Entschluss von dir. Vergiss es nie: dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich. Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du, das ist der Clou. Du bist  du. Ja, du bist du.

„Suchen und Finden“

Wenn das Leben ein Geschenk Gottes ist………
wenn dein Leben Gottes Spuren trägt…….
wenn dein Leben einzigartig und unverwechselbar ist……….
wenn dein Leben daher unendlich kostbar und wertvoll ist………,
dann ist es nur zu logisch: dann gilt dies für jeden anderen auch.
Leider haben viele Menschen dieses Bewusstsein immer wieder aus dem Blick verloren. Sonst würde es auf unserem Planeten, der ja auch Gottes Handschrift trägt, anders zugehen:
friedlicher, gerechter, menschenfreundlicher………
Irgendwie scheinen wir immer wieder zu vergessen, dass alles Leben auf dieser Erde ein Geschenk Gottes ist und dass unsere vornehme Aufgabe darin besteht, dieses Geschenk zu bewahren.
Vor einem Jahr hatten wir dazu ein Musikvideo angesehen. Er hat uns zur Musik ziemlich viele Lebensausschnitte gezeigt, in denen die Lebensgeschenke offenbar in Vergessenheit geraten sind. Wir schauen uns den Film noch mal an: Linkin Park „What I´ve done“

Zu oft wird das geschenkte Leben mit Füßen getreten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer hat sich dem Kreislauf von Gewalt und Lebensverachtung  gewaltlos und dennoch wirkungsvoll entgegengestellt: Jesus. Er hat seinen Weggefährten damals wie heute einen anderen Lebensweg vorgelebt und darin die Kostbarkeit des Lebens wieder ins Bewusstsein gerufen. Auch uns hat er auf seinem Weg „mitgenommen“. Seht selbst! (Fotos von unserer Blindenführung)
Wir haben uns im Frühjahr 2015 bei diesem Experiment in die Lage eines blinden und darin behinderten Menschen hineinversetzt. Was braucht ein solcher Mensch? Was können wir dazu beitragen, dass dieser Mensch genauso Anteil am Leben hat? Was gibt seinem Leben einen Wert?
Er braucht uns! Er braucht unsere Menschlichkeit! Er braucht unsere Unterstützung! Er braucht unsere Liebe!
Was wir damals mit der Blindenführung an uns selbst „getestet“ hatten, haben wir in diesem Frühjahr in die Tat umgesetzt, als wir im Pflegeheim waren. Dort haben wir den Bewohnern vor allem das gegeben: Wärme und Aufmerksamkeit, Liebe und Lebensfreude. Einfach, weil wir für sie da waren und ihnen unser Zeit geschenkt haben.
Und damit haben wir GOTT als Gott des Lebens und der Liebe in dieses Pflegeheim „gebracht“…. und: haben Gott dabei gefunden. Denn über Gott erfahren wir: „Was ihr einem meiner Mitmenschen getan habt, das habt ihr mir getan.“(Mt.25,40)
Wir sind also dem gefolgt, der uns eingeladen hat, seinen Weg mitzugehen: Jesus. Er hat gesagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“(Joh.14,6)
Es geht immer um das Leben! Das gute, kostbare und wertvolle Leben! Das Geschenk „made by god“!

Im Mitmenschen begegnen und finden wir Gott. Aber es gilt auch umgekehrt: jeder Mitmensch entdeckt  auch in dir Gott. Daher ist das Suchen und Finden von Gott immer auf Gemeinschaft angelegt. Nur gemeinsam können wir das Geschenk des Lebens bewahren. Wenn jemand in Not ist, dann braucht er unsere gemeinschaftliche Hilfe. Unsere Nächsten-Liebe. Diese Liebe, die in dem anderen Gott die Ehre gibt, habt ihr in der zurückliegenden Konferzeit mit Leben gefüllt. Es ist uns gelungen, zusammenzuwachsen. Wir haben Trennendes, mitunter (ja auch das!) Ausgrenzendes überwunden. Wir sind zu einer wundervollen Gemeinschaft geworden. Das habt ihr nahezu alle am Ende unserer Konferfreizeit gesagt. Vielleicht versteht ihr nun, warum ich einen so großen Wert darauf gelegt hatte, dass alle daran teilnehmen. Die Erfahrung von Gemeinschaft entsteht, wenn alle sich auf das Gemeinsame einlassen.
Während unserer Konferzeit gab es ein Ereignis, das ich als Pastor immer mit euch in Verbindung bringen werde: euer Weihnachtspaket im Dezember 2014 für den einsamen, mittellosen Altenholzer. Ich hatte euch erzählt, dass es 200m von dieser Kirche entfernt einen Mann gäbe, der nahezu nichts hat: kein Geld, keine Freund, keine Familie….. Für diesen Mann habt ihr ein Weihnachtspacket gepackt und eine Weihnachtkarte mit euren Unterschriften dazu gelegt. Der Mann schrieb an euch zurück: „Dass in dieser kalten Welt ihr mir ein so liebevolles Geschenk gemacht habt, das hat in mir Weihnachten werden lassen. Ich danke euch sehr!“
Inzwischen ist dieser Mann gestorben. Ihr ward die Letzten, die ihr ihm ein Geschenk zu Weihnachten gemacht habt.
Ihr!
Ihr ward die Gemeinschaft, in der dieser Mann erfahren hat, ein wertvoller, unendlich kostbarer Mensch zu sein.
Ihr ward für diesen Mann „Kirche“.
Ihr ward in der Welt, die der Mann als kalt empfunden hat, Wärme!
Ihr habt für diesen Menschen Gott zur Welt kommen lassen.

Ohne Gemeinschaft ist alles nichts. Glauben ohne Gemeinschaft ist wie ein Glas Wasser ohne Wasser. Es kann keinen Durst löschen.
Manchmal kommt es vor, dass ihr für andere Gemeinschaft werdet, ohne es zu wissen. Einer Frau gab ich eure persönlichen Glaubensbekenntnisse zu lesen. Sie schrieb mir 10 Tage vor der Konfirmation:
„Um viertel nach neun klingelte mein Mobiltelefon im Büro. Es war meine Freundin und es war sofort zu spüren und am Ton ihrer Stimme zu merken, dass etwas sehr Schlimmes passiert war. Ihr Mann war gestorben.
Kurze Zeit vor dieser Nachricht  den schön empfundenen Glaubenstext zu lesen: „Ich vertraue auf Gott. Ich lege mein Leben in seine Hände, schließe meine Augen und lasse mich in seinen Segen fallen.“  Das war etwas Gutes in einem traurigen Moment.“

Das war etwas Gutes. Dieses Glaubensbekenntnis wurde der Frau zum Halt und Trost! Vielleicht ist es nicht übertrieben: es wurde zu einem hellen Licht. Mit eurem, persönlichen Glaubenskenntnis kam niemand anderes als GOTT zum Klingen. Gott, der unsere Wege offen hält und unserem Leben Heimat gibt. Was immer auch geschieht.

Dieses Vertrauen wünsche ich euch. Für euren Lebensweg in die Zukunft. Gott behüte euch!

Amen

Lied: „Da berühren sich Himmel und Erde“

Versprechen und Bekennen

 

Ich frage euch vor GOTT und eurer Gemeinde:

„Willst du deinen Weg mit GOTT gehen,

so wie Jesus Christus es uns vorgelebt hat?

Willst du an diesem Tag „JA“ zu dem Taufbund sagen?

Willst du GOTT lieben und ehren

und deinen Nächsten wie dich selbst?“

so antworte: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

 

Wir bekennen unseren Glauben:

 

Ich glaube an GOTT, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden
von den Toten, aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den heiligen Geist, die heilige, christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen

 

 

Segnung (danach Umhängen der Konfirmationskette)

 

Lied „Kommt mit Gaben und Lobgesang“

 

Wegzehrung

 

Einleitung:

Wenn wir uns jetzt vorbereiten auf die Feier des Heiligen Abendmahls, können wir das tun, indem wir uns einen Augenblick Zeit nehmen, um nachzudenken –

nachzudenken über das, was uns bedrückt und belastet, was unsere Gedanken schwer macht, und womit wir nicht fertig werden, was unsere Lebendigkeit lähmt, unsere Hoffnung verdunkelt, unser Vertrauen auf Gott erschüttert.

Und wir können nachdenken über das, was unserem Leben Sinn und Ziel gibt, was unser Leben heil macht und hoffnungsvoll.

In der Stille halten wir Gott hin, was uns bewegt.

STILLE

 

Wir vertrauen auf die große Liebe Gottes, wie sie uns in Jesus begegnet ist. In diese Liebe betten wir all das, was wir im Stillen bedacht haben.

Gott, vergib, was uns trennt von Dir, von uns selbst und von anderen Menschen.

Schenke uns neue Gemeinschaft mit Dir und untereinander.

Das bitten wir Dich im Vertrauen auf Dein Erbarmen.

Amen.

 

 

Hinführung:

 

Als Jesu Weg zu Ende ging, kam er noch einmal mit seinen Freunden und Freundinnen zusammen, um sich gemeinsam mit ihnen zu stärken.

Ich erinnere euch daran.

Es war in der Nacht, in der er von allen verlassen wurde.

Es war in der Nacht, bevor man ihn dem Spott preisgab, ihn verachtete, ihn folterte und ans Kreuz hängte.

Ich erinnere euch daran.

Es war in der Nacht, in der es für ihn und die Seinen keine Zukunft mehr zu geben schien.

Daran erinnere ich euch.

 

In dieser Nacht feierte er noch einmal mit denen, die zu ihm gehörten.

Wir gehören auch zu ihm.

Indem wir Brot und Wein teilen, sind wir zusammen in seinem Geist.

 

 

Gesang: „Du bist heilig“

 

 

 

Vaterunser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

 

Einsetzungsworte:

Unser Herr Jesus Christus,

in der Nacht, in der er verraten wurde,

nahm er das Brot,

dankte und brach es und

gab es den Seinen und sprach:

Nehmet hin und esst:

Das ist mein Leib,

der für euch gegeben wird.

Solches tut zu meinem Gedächtnis.

 

Desgleichen nahm er auch den Kelch

nach dem Abendmahl,

dankte und gab ihnen den und sprach:

Nehmet hin und trinket alle daraus:

Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut,

das für euch vergossen wird

zur Vergebung der Sünden.

Solches tut, sooft ihr´s trinket, zu meinem Gedächtnis.

 

Austeilung ( erst die Konfirmierten, dann die Gemeinde durch die Konfirmierten)

 

„Danken“

Jesus Christus, du Freund der Menschen.

Wir waren deine Gäste. Du hast uns deine Liebe geschenkt.

Ganz nah bist du uns. Lehre uns, dass auch wir einander lieben,

miteinander teilen und füreinander einstehen.

Dir sei Ehre in Ewigkeit.

Amen

 

Lied/Kanon: „Der Himmel geht über allen auf“
Zuspruch (Segen)
Auszug (zum Nachspiel)