Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Impuls zum Sonntag, 29.03.2020

von Pastor Okke Breckling-Jensen

Psalm 55 in einer Übertragung
Darf ich dir sagen, Herr, was mich bedrückt?
Darf man so etwas vor dich tragen?
Nachts kann ich nicht mehr richtig schlafen,
und bei Tage verwirren sich meine Gedanken.
Manchmal denke ich: Wärst du ein Vogel,
dass du weit davonfliegen könntest,
oder eine Maus, die sich verkriechen kann.
Sie sagen: Man beschmutzt das eigene Nest nicht!,
nur um mich mundtot zu machen;
in Wahrheit sucht ein jeder das Eigene
und wie er den anderen beiseite schieben kann.
Was bleibt mir, als zu dir zu rufen, mein Gott?
Morgens und abends und nachts bete ich.
Du wirst mir helfen und Ruhe schaffen.
Darum wende ich mich an dich, mein Gott.

Worte zum (Be-)denken
„Darum wende ich mich an dich, mein Gott…“

Schon seit Menschengedenken werden Gebete an Gott gerichtet: Worte der Freude, des Danks, der Sorge um andere und sich, Worte gelassen und manchmal voller Zorn. Alles hat seit jeher seinen Platz im Gebet, alles ist aufgehoben bei Gott. Und das schon seit Urzeiten. Beten verbindet uns: Mit Gott. Weil wir im Gebet darauf vertrauen, dass Gott uns nahe ist, dass Gott uns hört. Und es passiert so manches Mal, dass das Gebetsanliegen, die Sorge, kleiner wird. Dass sich eine innere Gelassenheit breit macht.

Bei Gott ist eben alles gut aufgehoben.

Und beten verbindet uns mit den Menschen, die wir im Gebet Gott anvertrauen. Ich bin überzeugt, dass im Gebet mehr Kraft liegt, als viele Menschen denken. Manchmal frage ich: Was kann ich für Sie tun? Und bekomme als Antwort: Mögen Sie für mich beten, das würde mir guttun.

So fühle ich mich im Gebet mit diesem Menschen auf eine Art verbunden, die uns beiden Kraft gibt. Das Gebet wird zu einer Quelle, aus der wir beide schöpfen können.

Gerade in diesen Zeiten tut das unendlich gut.

Gebet
Gott, dir vertraue ich meine Gedanken und Gefühle an: Ich mache mir Sorgen, weil viele Existenzen bedroht sind, weil wir alle nicht wissen, wie es weiter geht. Gott, besonders lege ich dir die Menschen ans Herz, die einsam sind, die darunter leiden, dass sie keinen Besuch bekommen dürfen, im Krankenhaus, im Heim, zu Hause. Gott, ich bitte dich um kraft für uns alle, diese Zeit zu überstehen.
Amen

„Da wohnt ein Sehnen“ von Katharina Schwerk gesungen.

Segen aus Josua 1,9
Ja, ich sage es noch einmal:
Sei mutig und entschlossen!
Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst!
Denn ich, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.
Amen