Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Impuls zum Sonntag, 26.04.2020

von Pastor Okke Breckling-Jensen

Worte aus Psalm 142

Für diesen Sonntag aufgenommen.
Zum Mitbeten stehen die Worte unter dem Video.

Ich schreie zu meinem Gott, so laut ich kann, ich bitte ihn um Hilfe.
Ihm klage ich meine Not, ihm sage ich, was mich quält.
Auch wenn ich selbst allen Mut verliere, du, mein Gott, weißt, wie es mit mir weitergeht!
Auf dem Weg, den ich gehen muss, hat man mir Fallen gelegt.
Ich schaue mich um: da ist niemand, der mich beachtet.
Ich habe keine Zukunft mehr, keinen Menschen, der sich um mich kümmert.
Zu dir, Gott, schreie ich! Ich sage:
Du bist meine Zuflucht, mit dir habe ich alles, was ich im Leben brauche!
Höre mein Beten, ich bin mit meiner Kraft am Ende!
Rette mich vor dem Übel, es ist zu stark für mich!
Befreie mich aus dem Gefängnis!
Im Kreise aller, die dir die Treue halten, werde ich dir dafür danken, Gott, dass du so gut zu mir gewesen bist.

Worte zum (Be)denken
Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Der Himmel ist so blau wie schon lange nicht mehr. Ob es an der kalten Wetterlage mit viel Ostwind liegt, oder doch daran, dass keine Flugzeuge mehr fliegen, weiß ich nicht. Aber ich genieße es, auch nachts den Sternenhimmel. Draußen das Vogelgezwitscher erfreut mein Herz, dieses frische, zarte Grün an den Büschen, der erste einheimische Spargel: Es gibt so vieles, für das ich dankbar bin. In manchen Momenten vergesse ich alles andere um mich, tauche in die Schönheit der Natur ein, in das Wunder des Lebens.

Und im nächsten Moment bin ich genervt, weil man sich nicht besuchen kann, um das gemeinsam genießen zu können. Würde gerne sehen, wie es Ihnen geht, nicht nur am Telefon oder bei zufälligen Begegnungen auf der Straße oder im Wald beim Spazierengehen.

Aber wir müssen uns gedulden, müssen darauf vertrauen, dass die Verantwortlichen die richtigen Entscheidungen treffen.

Der Psalm trifft es ganz gut: Befreie mich aus dem Gefängnis: Unser Zuhause ist schon fast zum Gefängnis geworden. Es mag uns vorkommen, als wären wir eingesperrt.

Und, ja, es ist richtig, wir sollten das Beste daraus machen. Aber das sagt sich so leicht. Manchmal wächst einem das alles über den Kopf.

Da tut es gut, dass man nicht allein sein muss. Der Psalmbeter wendet sich an Gott, bekommt neue Zuversicht. Das ist etwas, das ich auch kenne.

Und gleichzeitig ist es auch gut, dass es die Möglichkeit gibt, mit anderen Menschen zu reden. Über den Gartenzaun, von Balkon zu Balkon.

Oder zu telefonieren: Mit Familie, Freundinnen und Freunden, oder:
Mit uns Pastoren.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen, auch wenn es noch etwas dauern sollte.

Gebet
Gott, du siehst, wie es mir geht, du bist bei mir.
Auch wenn ich es nicht spüre:
Deine Kraft ist in mir, deine Liebe erfüllt mich,
mit dir kann ich diese Zeit nicht nur überleben, sondern leben.
Ich bitte dich für die Menschen, denen es nicht gut geht, die krank sind oder einsam, die Schmerzen haben, denen der Tod Angst macht.
Sei du bei ihnen mit deinem Segen.
Amen

Text/Melodie: Im Liederbuch „Himmel Erde Luft und Meer“ Nr. 142
Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.

1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
In Sorge, im Schmerz – sei da, sei uns nahe, Gott.

2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.
In Ohnmacht, in Furcht – sei da, sei uns nahe, Gott.

3. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.
In Krankheit, im Tod – sei da, sei uns nahe, Gott.

4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott.

Text: Eugen Eckert, Melodie: Anne Quigley

Segen
Möge Gott auf dem Weg,
den du vor dir hast, vor dir hergehen.
Das ist mein Wunsch für deine Lebensreise.
Mögest du die hellen Fußstapfen des Glücks finden
und ihnen auf dem ganzen Weg folgen.
Amen