Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Impuls zum Sonntag, 19.04.2020

von Diakonin i.V. Linda Schiffling

Psalm 116,1-9.13
Ich liebe-
weil Adonaj mein lautes Rufen, mein Flehen hört,
weil Gott sein Ohr mir zuneigt.

Jeden Tag rufe ich laut.
Mich umschnürten Todesstricke,
tödliche Bedrängnisse stießen mir zu,
auf Bedrängung und Leid stoße ich.

Den Namen Adonaj rufe ich laut. Bitte, Adonaj, lass mich entrinnen.
Zuneigend ist Adonaj, gerecht. Unsere Gottheit ist voll Mitgefühl. Adonaj gibt auf die Ahnungslosen Acht.

Ich liege am Boden – Gott befreit mich.
Wende dich, mein Leben, zu deinem Ort der Ruhe.
Adonaj nimmt sich deiner an.

Du hast entrissen mein Leben dem Tod,
meine Augen den Tränen, meine Füße dem Stolpern.
Ich werde umhergehen vor dem Antlitz Adonajs
in den Landschaften des Lebens.

Ein Trankopfer auf die Befreiungstaten gieße ich aus.
Den Namen Adonaj rufe ich laut.

Worte zum (Be-)denken
Die österliche Freudenzeit hat begonnen, Halleluja!
Und heute ist der Sonntag des Kirchenjahres, dessen Namen ich am liebsten ausspreche: Quasimodogeniti. Es bedeutet „Wie die Neugeborenen“. In der altkirchlichen Tauftradition legten heute die neugetauften Christ*innen ihre weißen Kleider ab, die sie seit der Osternacht trugen. Es dreht sich an diesem Tag um Glauben, um die Mündigkeit im Glauben. Bei uns wäre deshalb eigentlich Konfirmationswochenende. Nun nicht.

Das macht mich teils ungläubig wie Thomas, von dem Sie heute etwas in der Lesung des Evangeliums gehört hätten- wäre Gottesdienst in der Kirche gefeiert worden (s. Joh20,19-29).
Die anderen Jünger*innen haben bereits Jesus getroffen und glauben an seine Auferstehung. Aber Thomas war nicht dabei. Er nimmt das den anderen nicht ab. Wo ist der Beweis dafür? Und wo die logische Erklärung? Er fühlt sich veräppelt – bis er auf Jesus trifft und feststellt: es ist wirklich so.

Ungläubig. Wenn die Maßnahmen erneuert werden und ich mir das einfach nicht vorstellen kann, wie das funktioniert. Nur im Unterschied zu dem Gefühl der Freude über die Auferstehung, die im Evangelium erzählt wird, lösen die Ausfälle, Verschiebungen und Toten heute ganz andere Gefühle bei mir aus. Ich muss es erst erleben, um zu glauben, dass es sich auch so leben lässt.

Und trotzdem hat die österliche Freudenzeit begonnen. Halleluja!

Das Halleluja, die Hoffnung, die Freude, finden. Das hilft, aber ist auch gar nicht so einfach. Deshalb fordere ich Sie auf, sich zu überlegen, wo Sie dieses Halleluja bei sich haben und finden.

Unter dem Hashtag #glaubeteilen wird bei instagram von vielen ein Satzanfang, der mit zwei Satzenden und drei Bildern umrahmt wird, geteilt.
Wie passend, dass der Satzanfang diesen Monat „Ich habe Hoffnung, weil….“ ist.
Wenn Sie Ihre Hoffnung mit anderen teilen möchten, können Sie mir gerne an schiffling@kirche-altenholz.de Ihre Satzenden mit (oder auch ohne) Bild zusenden. Ich werde sie dann auf unserer Internetseite und bei instagram posten. So entsteht ein gemeinsames Halleluja.

Denn die österliche Freudenzeit hat begonnen. Halleluja!

Gebet
(nach Jes 40, 29-31)
Gott, du gibst den Müden Kraft
und du hilfst den Ohnmächtigen wieder auf.

Egal, wer man ist und wie stark man sich fühlt,
jede*r strauchelt mal.

Aber auf dich, auf dich Gott, hoffen, bedeutet neue Kraft zu gewinnen,
aufzusteigen mit Flügeln wie Adler.

Laufen und nicht matt werden,
gehen und nicht müde werden.

Bei dir.
Danke.
Amen

Segen (Jos 1,9)
Ja, ich sage es noch einmal:
Sei mutig und entschlossen!
Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst!
Denn ich dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.
Amen