Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Impuls zum Mittwoch, 15.04.2020

von Okke Breckling-Jensen

Psalm 23
Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit
werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar.

Worte zum (Be)denken
„Und: Haben Sie Ostern gut überstanden?“ So wurde ich gefragt, gestern am Dienstag nach Ostern. Eine merkwürdiger Frage, und doch auch berechtigt. Ostern: Das Fest der Hoffnung, das in den Familien unterschiedlich begangen wird, aber eben oft: In den Familien. Und dieses Mal ohne Familie, alleine oder im kleinsten Kreis. Ja, es ist überstanden. Und, erlauben Sie mir dieses Wortspiel: Er ist erstanden!

Denn das ist ja Ostern: Auferstehung gegen alle Erfahrung, gegen alle Befürchtungen.

So, wie die Jünger von Jesus nach Ostern auch nicht mehr dieselben waren, mit ihren Erfahrungen von Verlassenheit und Angst, Verrat und Versagen, Vergebung und neuem Leben, so werden auch wir nicht mehr dieselben sein, auch uns werden diese Erlebnisse prägen. Und auch Kirche wird sich verändern: Auch wir schaffen es nicht, allen gerecht zu werden, allen beizustehen, allen diese Impulse vorbeizubringen. Wir sind, bleiben Menschen, mit unseren Stärken und Schwächen, mit unserem Können und Versagen, mit unserem Angewiesen sein auf Vergebung. Und in all dem:

Gottes geliebte Kinder.

Auch das ist eine Botschaft von Ostern: Gottes Liebe zu uns überwindet alle menschliche Begrenztheit.

Gott segne uns alle!

Gebet
Gott, Ostern ist gewesen, und doch kehrt kein Alltag ein. Langsam reicht es mit den Einschränkungen. Natürlich wissen wir, dass sie notwendig sind, und doch sehnen wir uns nach Nähe. Gib uns Kraft, diese Zeit zu überstehen, lass uns kreativ sein und den Kontakt zueinander nicht weniger werden lassen. Lass weiterhin unser Handeln von Liebe bestimmt sein.
Amen

Segen (Sabine Naegeli)
Gott, der dich wahrnimmt, lasse zu deiner Erfahrung werden,
was er dir zugesagt hat: bei dir zu sein
in Angst und Unsicherheit, zu dir zu stehen
in Ausweglosigkeit und Verlassenheit,
dich zu trösten, wenn du bekümmert bist,
deine Bedürftigkeit zu Herzen zu nehmen,
was immer auf dir lastet.
Er schenke dir,
was du dir selbst nicht geben kannst:
wachsendes Vertrauen
mitten in den Widersprüchen
des Lebens.