Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Gedanken

Migration in der Bibel

Vorbemerkung Migration, Flucht: Das sind keine neuzeitlichen Phänomene, sie sind so alt wie die Menschheit, ja, sie sind Ursprünge der Menschheit. Auch die Bibel spiegelt diese Erfahrungen vielfach wider. Die erste Migrationsgeschichte ist die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies, sie müssen fern ihrer paradiesischen Heimat unter erschwerten Bedingungen neu anfangen. Von Flucht ist die Geschichte ihres Sohnes Kain geprägt, der nach dem Mord an seinem Bruder rechtlos durch die Welt irrt. 1. Abraham Abram kommt ursprünglich aus Ur in Chaldäa. Mit seinem Vater kam er nach Harran (1.…

Auschwitz

Auschwitz

…ein Ort, der nicht mit Adjektiven beschreibbar ist. Heute, trotz der vielen Menschen, die diesen Ort des Schreckens besuchen, ein stiller Ort. Versuche, mich in das damalige Lagerleben hineinzuhören, wollten einfach nicht gelingen. Mein Gehirn streikte, außer Schreie, Schüsse und ein wenig Menschengemurmel wollten keine Stimmen zu mir vordringen. Auch wenn ich ungefähr erahnen konnte, was auf einen zukommt, wenn man so einen denkwürdigen Ort besucht, mindert dieses Wissen in keiner Art und Weise die Wut, den Hass und auch die Ohnmacht, die mich überfiel, die ich den Menschen gegenüber…

Es sollen nicht aufhören…

…Sommer und Winter, Saat und Ernte, Frost und Hitze, Tag und Nacht. Dieser Satz steht in der Bibel. Und manchmal möchte ich der Aufzählung gerne hinzufügen: Und Weihnachten? Weihnachten soll auch nicht aufhören. Jedes Jahr kommt es wieder. Egal, was hier unten auf der Erde los ist. Weihnachten kommt wieder und gibt uns eine neue Chance. Letztes Jahr ist die Gans im Ofen verkohlt? Macht nichts. Übung macht den Meister. Letztes Jahr war keine Zeit für eine ruhige Stunde? Macht nichts. Dieses Jahr kriegen wir das vielleicht hin. Letztes Jahr…

Weihnachten klingt

Weihnachten klingt

Es gibt genug schlechte Nachrichten. Doch jetzt ist Weihnachten. Zeit für gute Nachrichten. Davon ist  zu erzählen. Seit dem ersten Advent ist es immer weihnachtlicher geworden. Zum Beispiel beim Sternsingen am 5.12. Als die Kinder der Claus Rixen Schule „In dulci jubilo“ zu singen begannen, breitete sich ein kräftiger, weihnachtlicher Klang aus! Der Lehrerchor sang „Forunderligt at sige“ so einfühlsam, dass mir ganz warm wurde. Als Andrea Leopold am Schluss den Kanon „Mein Licht geht auf und leuchtet“ anstimmte, da war der ganze elende Stress und „Schnell noch mal zum…

Der Junge auf dem Laufrad

Der Junge auf dem Laufrad

Jeden Morgen blickt mich etwas keck ein dreijähriger Junge an. Bjarne sitzt auf seinem Laufrad und scheint mit vollem Schwung die Welt zu erobern. Auch wenn es ein Foto ist, spürt man seine Energie und vor allem seine Freude am Leben. Bjarne verkörpert Zuversicht, Lebendigkeit und: Aufbruch! Um das zu verstehen, muss man wissen: Bjarne ist mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen. Mehrere Operationen hat er inzwischen hinter sich. Die Ärzte haben alles gegeben. Hut ab! Aber was sie Bjarne nicht geben konnten:  seinen unbändigen Lebenswillen. Sie konnten ihm…

Die Würde

Die Würde

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“  Das ist der entscheidende Satz im Grundgesetz, der unser Leben bestimmt und: schützt. Fritz, der nach seiner Geburt mehrfachbehindert ist, besitzt diese Würde genauso wie Erna Peters, die mit ihrer fortgeschrittenen Demenz seit fünf Jahren im Pflegeheim lebt. Gina trägt die Würde als Frau, Jochen als Mann ebenso. Kinder, Babys schon, sind unendlich wertvolle Menschen, die diese Würde besitzen. Die Würde ist Teil unseres Menschseins. Sie ist nicht abhängig von Leistungen und Fähigkeiten. Daniel Günther, unser Ministerpräsident, besitzt nicht mehr Würde wie Andreas Bromme,…

Menschlichkeit

Menschlichkeit

Letzten Samstag. Hamburg. 22.00h. Hauptbahnhof Süd. Ich entsteige der U3.  Hunderte Menschen strömen durch die unterirdischen Gänge. Ein Mann sitzt vom Neonlicht beschienen auf dem kalten, dreckigen Boden. Ein Bein hält er gestreckt. Es sieht schlimm aus. Überhaupt: der ganze Mensch ist gezeichnet. Von Drogen oder Alkohol? Oder beidem? Von Einsamkeit? Von Leid? Von sozialer Verwahrlosung? Er hält die Hand auf. Alle gehen vorbei. Ich auch. Mal wieder. Im Zug nach Kiel habe ich den Mann vor Augen. Ich frage mich: Was hätte ich ihm Gutes tun können? „Christus spricht:…