Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Zusammenrücken! – Vier Kirchengemeinden machen sich auf einen gemeinsamen Weg

Es gibt drei Gründe, die uns als Kirchengemeinde Altenholz mit den Nachbargemeinden Holtenau, Pries Friedrichsort und Schilksee-Strande zunehmend stärker zusammenarbeiten lassen:

  1. Vor einigen Jahren wurde in der Nordkirche die Notwendigkeit der „Regionalisierung“ (Zusammenarbeit in der Region) erhoben. Die Berechnungen des Kirchenamtes hatten ergeben, dass bis 2030 mindestens 900 Pfarrstellen aufgrund einer großen Pensionierungswelle vakant werden, jedoch nur 300 junge Pastor*innnen bis dahin ihre Arbeit aufnehmen werden. Damit war eine flächendeckende, pastorale Versorgung gefährdet, die nur durch eine verbindliche Zusammenarbeit von Kirchengemeinden in den zu bildenden Regionen aufgefangen werden kann.
    Für uns in Altenholz bedeutet dies, dass ab 2024 nur noch eine Pfarrstelle erhalten bleibt.
  2. Die Zahl der Gemeindeglieder ist stark rückläufig. 2003 hatte Altenholz 5133 Gemeindeglieder, inzwischen sind es unter 4000. Die von der EKD erhobenen Studien gehen davon aus, dass bis 2060 ein weiterer Rückgang der Mitglieder um 40% erfolgen wird.
  3. Mit diesem Mitgliederverlust geht ein erheblicher Rückgang der finanziellen Ressourcen einher. Die Corona-Pandemie (Kurzarbeitergeld, Steuerrückgänge, vermehrte Kirchenaustritte) hat diesen Prozess beschleunigt. 2019 erhielt unsere Kirchengemeinde 230.000 Euro Zuweisungen. Für 2021 sind es lediglich 128.000 Euro!

Wer die Augen vor dieser Entwicklung nicht verschließt, muss jetzt die Weichen für die Zukunft stellen. Oberste Priorität ist und bleibt für unseren Kirchengemeinderat, dass „Kirche“ in Altenholz für die wichtigsten Bereiche (Gottesdienste, Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Seelsorge, Amtshandlungen, diakonisches Engagement, Friedensarbeit, Kirchenmusik, etc.) präsent bleibt. Wir sind uns darüber im Klaren, dass dies in Zukunft nur durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden gewährleistet werden kann.

2018 haben sich die Kirchengemeinden Holtenau, Schilksee-Strande, Pries-Friedrichsort und Altenholz verständigt, verstärkt zusammenzuarbeiten. Der Vorteil dieser Zusammenarbeit besteht in der geographischen Nähe, in ähnlichen theologischen Profilen und in vergleichbar ähnlichen, sozio-kulturellen Bedingungen. Seit über zwei Jahren gibt es gemeinsame Gremien, die das Zusammenrücken in der „Region Nordkanal“ ausloten und fördern. Als Gemeindeglieder erkennen Sie die Annährungen bereits in gemeinsamen Veranstaltungen (gemeinsame Jugendfreizeit Klimasail und Konficamp in 2022, Sommerkirche, gemeinsame Gottesdienste wie am Skagerakufer, gegenseitige Vertretungen, Wanderung am 22.8.…).

Inzwischen haben alle vier Kirchengemeinden beschlossen, eine Fusion anzustreben, um die Zusammenarbeit effizienter zu gestalten (ein gemeinsamer Kirchengemeinderat, anstatt vier, die sich stets abstimmen müssten).

Eine Fusion ist jedoch nur möglich, wenn alle Kirchengemeinden demselben Kirchenkreis angehören. Das ist z.Z. nicht der Fall. Altenholz und Schilksee-Strande gehören zum Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde, die beiden anderen Gemeinden zum Kirchenkreis Altholstein. Angestrebt wird eine gemeinsame Zugehörigkeit zum Kirchenkreis Altholstein. Dazu müssen beide Synoden ihre Zustimmung im Herbst 2021 erteilen.

Auf der Gemeindeversammlung am 25. Juli haben wir unsere Überlegungen mitgeteilt und diese zur Diskussion gestellt. Es gab engagierte Rückfragen, jedoch keine negativen Vorbehalte gegenüber den skizzierten Bestrebungen. Einige äußerten den Wunsch, den Prozess zur zukünftigen Zusammenarbeit in der Region Nordkanal einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das sei hiermit getan.
Angestrebt wird die mögliche Fusion zum 1.1.2024.

Für den Kirchengemeinderat
Dirk Große, Vorsitzender