Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Ein österlicher Gruß

Die zwei Botschaften von Ostern

Jetzt, zu Ostern, dem wichtigsten Fest der Christenheit, dem Tag der Auferstehung und des Sieges des Lebens über den Tod beschäftigen mich zwei Themen:

Ich spüre eine unbändige Sehnsucht nach Leben, nach Beendigung aller Einschränkungen, die unser soziales Leben so unglaublich schwierig machen. Natürlich weiß ich um die Wichtigkeit, die Inzidenzen niedrig zu halten, um die schweren Verläufe der an Covid Erkrankten. Aber ich sehe auch die andere Seite: Die psychischen Folgen, die gerade Jugendliche davon tragen.

Die in einem Alter sind, in dem sie sich in der Gruppe ausprobieren, Distanz und Nähe, Stärke und Schwäche, all das muss gelebt und erfahren werden können.

Und es geht nicht. Auch bei uns Erwachsenen merkt man mehr und mehr die seelischen Folgen der Pandemie. Und meine Sehnsucht nach Auferstehung des Lebens: Sie wächst. 

Das andere Thema: Wie kann man eigentlich als vernünftiger Mensch des 21. Jahrhunderts an so etwas wie Auferstehung glauben?

Da komme ich wirklich an meine Grenzen. Jesus war mit seinen Freundinnen und Freunden jahrelang unterwegs, hat mit ihnen gegessen und getrunken (seine Feinde nannten ihn ja auch Fresser und Weinsäufer), hat mit ihnen gehungert, manche Nacht auf dem freien Feld geschlafen. Sie haben diskutiert, Jesus hat in ihnen die Sehnsucht nach dem Reich Gottes geweckt, ihnen die Liebe Gottes ganz nahe gebracht. Und dann: Wurde Jesus verhaftet und hingerichtet. Seine Anhänger waren zutiefst verzweifelt und verstört. Und dann: Drei Tage später laufen sie durch die Gegend und rufen: Jesus lebt, wir haben ihn erlebt, er hat sich uns gezeigt. Die Geschichte Gottes mit uns Menschen ist nicht vorbei.

Was ist damals passiert? Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht.

Aber irgendwas muss damals passiert sein. Und genau das gibt mir die Kraft, Menschen von dem Vertrauen zu erzählen, dass da noch etwas kommt: Eine Zukunft bei Gott.

Das empfinde ich als tröstende und befreiende Botschaft.

Auch und gerade in dieser Zeit.

Amen

Ein österlicher Segen:

Der Gott des Lichtes und des Lebens

strahle leuchtend auf über uns.

Er lasse uns spüren das Feuer der Liebe

und wärme unsere Herzen mit seiner

Lebensglut,

damit wir erkennen seine Güte.

Er lasse uns aufstehen,

wenn Leid unser Leben lähmt –

und lasse uns seine Stimme hören, wenn er ruft:

Ich will, dass du lebst.

Das gebe uns Gott, der für uns Licht ist am Tag und in der Nacht:

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Ihr Pastor Breckling-Jensen