Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Frieden in aufgewühlter Zeit

Vor langer Zeit ging es mir seelisch nicht gut. Eine Freundin schrieb mir damals mit feiner Handschrift auf eine Karte diesen einzigen Satz: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“  Dieser Satz tat gut. Er wurde mir zum Trapez.

Auch in diesen Corona-Tagen hilft er. Ich entdecke viele Fingerzeige auf diesen Gott, wenn ich mir das Gute und Schöne vergegenwärtige.

Drei Kostproben: vor wenigen Tagen feierte ich mit den Krippenkindern unter einem Apfelbaum einen Apfelgottesdienst. Jona sah die roten Äpfel in dem Korb und sagte: „Haben!“ Ich gab ihn einen Apfel und sah einen glücklichen Jungen hinenbeißen.
Mit meiner dementen Mutter ging ich vor einer Woche spazieren. Kein Wort kam über ihre Lippen. Sie schien geistig weit weg zu sein. Als wir an einem Baum mit leuchtendem Herbstlaub vorbeikamen, erhob sie ihren Blick und sagte: „Schön!“ Was für ein wunderbarer Lebens-Moment!

Schließlich kommt mir unsere Konfirmandenfreizeit vor zwei Wochen in den Sinn. Selten habe ich so engagierte und aufmerksame Jugendliche über „Krieg und Frieden“ nachdenken und diskutieren erlebt.

Mit all den schönen Erlebnissen sehe ich diese Tage in einem anderen Licht. Ich entdecke in ihnen Segen und darin: Gottes Geist voller Kraft, Liebe und Besonnenheit. So werde ich mitten in dieser aufgewühlten Zeit ruhiger und friedlicher. Gott ist da. Wir sind nicht allein. Von solchen Geschichten sollten wir uns gegenseitig erzählen. Gerade jetzt.  Und dann wird „Frieden“ in uns einzuziehen.

Dirk Große, Pastor in Altenholz