Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Highlight!

Es war ein ernstes Thema, mit dem sich die Stifter Konfirmanden vom 23.-25. Oktober auf ihrer Freizeit auseinandergesetzt haben: „Krieg und Frieden aus christlicher Perspektive“. Der Film „Schindlers Liste“ war der Einstieg am Freitag. Am Samstag haben wir gemeinsam in „Abgründe“ geschaut, als wir uns mit den Erfahrungen unserer Ausschwitz-Reise in 2016 auseinandergesetzt haben. „Wie können Menschen anderen Menschen so etwas antun?“ war eine Frage der 13/14 Jährigen. Nachmittags hat der Film „A short story of Moria“ uns in die Gegenwart gebracht. Thomas Schroeter berichtete, was er als Arzt Mitte September auf Lesbos mit den Geflüchteten erlebt hat. Immer wieder kamen Fragen: „Warum zerstört die griechische Küstenwache den Motor des Schlauchbootes mit den 30 Flüchtlingen? Warum ziehen sie die Verzweifelten wieder auf das offene Meer?“ Die Szene mit den aufgelösten, schreienden Kindern, die unschuldig auf den Straßen nach dem Brand dem Tränengas ausgesetzt waren, hat uns alle still werden lassen. „Was war der schlimmste Moment für Sie?“, fragten die Konfis. Thomas Schroeter antwortete mit bewegter Stimme.

Was sagt der christliche Glaube zu Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen? 60 Minuten konnten die Konfis sich mit biblischen und christl.-theologischen Aussagen unter Anleitung von Linda Schiffling eine eigene Meinung als junge Christen bilden.

Und dann berichtete Peter Stüven über Neonazis, Skinheads, Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Hetze. „Ich glaube, Björn Höcke, ist doch so einer, der sogar im Parlament sitzt“, sagte ein Konfi. „War da nicht vor kurzem der Anschlag in Halle?“, ein anderer.  

Bei dieser Auseinandersetzung war es pure Entspannung, in der Ostsee zu baden, Tischtennisfußball – und immer wieder „Werwolf“ zu spielen. Und dabei unzählige Tüten Chips zu naschen. Der „Lichterpfad“ unter dem Sternenhimmel tat gut. Gelacht haben wir auch und gestaunt, als einer sein Mittagessen in 4m Höhe auf einem Baum verspeist hat.

Beeindruckend war die Gemeinschaft, der sensible Umgang untereinander. Das war ein Zusammensein junger Christen, wie sie sich Gott sicher wünscht.

Ich bin seit über 30 Jahren Pastor. Dieses Wochenende war ein Highlight, wie ich es selten erlebt habe. Dafür bin ich dankbar.

Nun bin ich gespannt, wie diese Konfirmanden den Volkstrauergottesdienst am 15. November gestalten werden. Ich freu mich drauf!

Dirk Große, Pastor