Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Menschlichkeit

Letzten Samstag. Hamburg. 22.00h. Hauptbahnhof Süd. Ich entsteige der U3.  Hunderte Menschen strömen durch die unterirdischen Gänge. Ein Mann sitzt vom Neonlicht beschienen auf dem kalten, dreckigen Boden. Ein Bein hält er gestreckt. Es sieht schlimm aus. Überhaupt: der ganze Mensch ist gezeichnet. Von Drogen oder Alkohol? Oder beidem? Von Einsamkeit? Von Leid? Von sozialer Verwahrlosung?

Er hält die Hand auf.

Alle gehen vorbei.
Ich auch.
Mal wieder.
Im Zug nach Kiel habe ich den Mann vor Augen. Ich frage mich: Was hätte ich ihm Gutes tun können?

„Christus spricht: Kommt her zu mir, alle die mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Mt.11,28).

Ich bin Christ. Ich folge dem, dessen Namen ich trage. Daher frage ich mich: Warum bin ich weitergegangen?

Eines ist klar: es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Was hätte das sein können? Für diesen Mann? Für die Menschlichkeit? Für die Liebe? Für Gottes Gegenwart unter uns?

Dirk Große, Pastor in Altenholz