Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Trauergruppen

„Wüstenwanderung zur Oase des Lebens“ – Trauergruppen in Altenholz

dirktrauergruppeWir wissen, dass unser Leben endlich und begrenzt ist. Wir wissen, dass wir sterben werden. Wir wissen………… Aber wenn der Tod eines uns vertrauten, kostbaren  Menschen eintritt, dann hilft dieses „Wissen“ gar nichts. Die Erfahrung von Tod im Leben ist etwas ganz anderes als unser vermeintliches „Wissen“. Plötzlich ist die uns vertraute Stimme nicht mehr da. Uns fehlt das morgendliche Lächeln dieses geliebten Menschen. Uns fehlen die gewohnten Alltagsrituale, die wir mit dem Verstorbenen geteilt haben. Der erste Geburtstag ohne ihn, das erste Weihnachtsfest ohne ihn….. Es gibt Orte, die wir mit dem Verstorbenen unmittelbar in Verbindung bringen. Das Leben geht nach dem Tod des Verstorbenen weiter, aber es ist im eigentlichen Sinn kein Leben mehr. Das Leben Trauernder gleicht einer Wüstenwanderung: kein grüne Lebens-Land in Sicht. So wandern Trauernde durch Wüstenlandschaften. Sie stehen auf, sie kaufen ein, sie gehen ihren alltäglichen Aufgaben und Arbeiten nach. Sie essen, sie gehen müde ins Bett, ohne wirklich zur Ruhe zu finden.  Sie scheinen eher zu funktionieren, als zu leben. Mitunter ertappen sich Trauernde dabei, wie sie noch zwei oder drei Jahre nach dem Tod intuitiv mit dem Verstorbenen reden. Nicht wenige lassen die Kleidungsstücke des Verstorbenen am gewohnten Platz.

Einige Trauernde ziehen sich in eine Art Schneckenhaus zurück. Sie fühlen sich antriebslos. Andere wiederum stürzen sich in einen Aktionismus:  sie verreisen, sie sind immer „auf Achse“, sie meinen der Trauer durch einen eng getaktetes Tagesprogramm entfliehen zu können. Aber irgendwann merken sie, dass diese „Strategie“ nicht aufgeht. Die Trauer holt  jeden ein, der sie nicht aktiv verarbeitet.
Nicht selten ziehen sich Freunde, Bekannte,  Nachbarn oder Arbeitskollegen von den Trauernden  zurück. Sie haben „Angst“ etwas Falsches zu sagen. Sie denken: „Lieber gar kein Kontakt, als etwas falsch zu machen“. Diese soziale Realität ist eine ganz andere, aber nicht weniger schmerzliche Wüstenerfahrung.

Jede/r trauert anders. Auch im Trauern bleiben wir Individuen. Dennoch gilt: jede/r trauert! Der Tod des Partners oder des Freundes oder des Kindes ist eine tiefe Lebens-Krise. Das Leben gerät durch den Tod eines Menschen aus den Fugen. Und daher braucht dieses aus den Fugen geratene Leben Halt und Zuwendung, Zuspruch und Verständnis.

Was kann da helfen?
Es hilft ungemein, wenn Trauernde auf Menschen treffen, die sich in sie hineinfühlen können. Menschen, die nachempfinden können, was in ihnen vorgeht und warum die Trauer so schmerzhaft ist. Wer könnte das besser, als jemand, der ähnliches oder dasselbe durchmacht. Daher ist es von unschätzbarem  Wert, wenn Trauernden sich zusammentun und reden. In Trauergruppen entdecken Betroffene, dass sie nicht allein dastehen. Im Gespräch stoßen sie auf Solidarität, Zuwendung und Gemeinschaft. Sie machen die Erfahrung:  anderen geht es ähnlich oder ganz genau so. Im Austausch finden sie ihre Sprachfähigkeit und ihre Lebendigkeit wieder. Indem die Trauernden  gemeinsam unterwegs sind, finden sie in der angeleiteten Gruppe allmählich den Weg aus der Wüste heraus…. zurück zur Oase des Lebens!

Dirk Große

(Trauergruppen für Betroffene finden unter der Leitung von Pastor Dirk Große (0431-32 24 50)  monatlich jeweils mittwochs von 20.00-21.30h in der Kirchengemeinde Altenholz statt. Sowohl die Trauergruppe für verwaiste Eltern, als auch die Trauergruppe derjenigen die ihren Lebenspartner und einen nahen Angehörigen verloren haben, sind jederzeit offen für jeden Trauernden. Die Mitgliedschaft zur Kirche ist nicht erforderlich. Die genauen Termine werden in der Gruppe verabredet und sind in dieser Homepage  veröffentlicht oder unter 0431-32 24 15 zu erfragen.)