Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Eivind Berggrav

EIVIND BERGGRAV, 1884 – 1959, Norwegischer Bischof

Eivind Berggrav

Eivind Berggrav

Wer war Eivind Berggrav? Er studierte in Schweden, Deutschland und England Theologie. Nach Jahren, in denen er daran zweifelte, ob er zum Seelsorger berufen sei, übernahm er sein erstes Landpfarramt in Hurdal; danach war er als Gefängnispfarrer in Oslo tätig. Psychologische Studien brachten ihm den theologischen Doktorgrad. Sein erstes größeres Wirkungsfeld betrat er, als er 1929 zum Bischof des nördlichsten Bistums der Welt, im Stift Tromso berufen wurde. Bei Visitationen bereiste er 1929 – 1937 sein Bistum Halogaland nördlich des Polarkreises: den Bezirk Finmark, die Eismeerküste, Spitzbergen und die Lofoten. Seine nachhaltigen Eindrücke aus diesen Jahren schildert Berggrav in einem seiner Bücher „Land der Spannungen“.

Im Jahr 1937 wurde Eivind Berggrav als Bischof von Oslo Primas der Lutherischen Kirche Norwegens. 1939 setzte er sich dafür ein, eine Ausweitung des Krieges zu verhindern. Als Norwegen 1940 von den deutschen Truppen besetzt wurde, war er das Haupt des Widerstands im norwegischen Kirchenkampf gegen den Nationalsozialismus. Nach der programmatischen Erklärung „Kirkens Grund“ wurde er verhaftet und drei Jahre gefangen gehalten. Obwohl er durch Einzelhaft von der Außenwelt abgeschnitten war, erfuhr er gerade damals, dass die Verbundenheit mit der Weltchristenheit durch keine äußere Gewalt zerstört werden konnte.

Als „Apostel der Versöhnung“ kam Berggrav nach Kriegsende – trotz allem, was ihm die deutsche Besatzungsmacht angetan hatte – den deutschen Teilnehmern der internationales Tagungen der Bibelgesellschaften und des lutherischen Weltbundes in herzlicher Weise entgegen.

Sein Amt als Primas von Norwegen legte Berggrav 1950 aus gesundheitlichen Gründen nieder. Er blieb aber Mitglied im Präsidium des Ökumenischen Rates der Kirchen bis 1954 und wirkte hingebungsvoll und unermüdlich an der Aufgabe, Vertrauen und Einmütigkeit unter den Kirchen der Welt zu schaffen. Neben vielen anderen Ehrungen wurde ihm auch der Goethepreis der Stadt Hamburg verliehen.

Seine Bedeutung als „eine der wenigen ganz großen Gestalten der jüngsten Kirchengeschichte“ wie ihn Bischof Lilje bezeichnete, war der Beweggrund für den Entschluss, unserem Gemeindezentrum bei seiner Einweihung 1969 den Namen Eivind – Berggrav – Zentrum zu geben.