Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Altenholz

Aufbruch!

Bis 2005 wurde die ökumenische Communauté Taizé von Frère Roger geleitet. Nach dessen Tod fehlte nicht nur dessen versöhnungsstiftendes Charisma, sondern es verstärkte sich nach 2005 der Eindruck, dass die von Frère Roger bis dahin betonte ökumenische Einheit in Taizé nun einer unterschwelligen Akzentuierung der konfessionellen Verschiedenheit „geopfert“ wurde.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2017 und ich lese mit großer Freude den Jahresbrief von Taizé „Gemeinsam Wege der Hoffnung öffnen“. In diesem Brief liest man Sätze wie diese: „Müssten die Kirchen nicht den Mut haben, sich unter ein und dasselbe Dach zu begeben, auch wenn nicht in allen theologischen Fragen Einigkeit besteht… Eine Gemeinschaft aller, die Christus lieben, kann nur entstehen, wenn ihre Vielfalt anerkannt wird. Gleichzeitig muss diese Gemeinschaft sichtbar werden, sonst wäre sie nicht glaubwürdig… Hier einige Vorschläge: -Uns mit Nachbarn und Familien, die verschiedenen Konfessionen angehören, zu einer Art „Basisgemeinde“ zusammentun. – Gemeinsam konkrete Schritte der Solidarität tun: der Not der Menschen nicht aus dem Weg gehen – der versteckten Not, der Not von Menschen auf der Flucht, der materiellen Armut und jeder anderen Form von Leiden, der Umweltzerstörung…“

Machen wir uns also gemeinsam auf den Weg! Lasst uns aufbrechen! Alle Veranstaltungen im Rahmen des Reformationsjubiläums sind davon geprägt, das Gemeinsame, das Verbindende, das ökumenische Dach zu betonen und: zu leben! Auch der Kirchentag in Berlin/Wittenberg Ende Mai wird an diesem gemeinsamen Dach bauen. Sein Motto lautet: „Du siehst mich!“ Wen sollte GOTT da sehen, wenn nicht alle? GOTT sieht uns an und schenkt uns Ansehen. Uns alle (!). Das Dach ist längst gebaut, unter dem wir gemeinsam stehen.

Dirk Große, Pastor